Wer einen Streit gewinnt, verliert ein Stück Partnerschaft.

Unterbrechen Sie den Kreislauf!

Unterbrechen Sie den Kreislauf!

Im Rahmen seiner Forschungen hat der US-Paarforscher John Gottman Paare jahrelang beim Streiten beobachtet und dabei festgestellt, dass vor allem eine Mischung aus beleidigenden Worten und zermürbendem Schweigen der Liebe den Garaus macht: die „apokalyptischen Reiter“ der Paarbeziehung.

Ein zerstörerischer Kreislauf: Kritik, Rechtfertigung, Verachtung, Rückzug, Machtdemonstration

Kritik

Man beschwert sich nicht mehr über die Situation, sondern es wird verallgemeinert und der Partner zusätzlich als Person kritisiert.

Eskalierender Konflikt

Schon wieder hast du…

Ganz sicher kann man nicht auf Dauer zusammenleben, ohne sich beim anderen über etwas zu beklagen. Eine Beschwerde bezieht sich jedoch immer auf einen konkreten Vorfall, den man beim Partner bemängelt. Persönliche und verallgemeinernde Kritik beinhaltet zusätzliche negative Bemerkungen über den Partner. Ein Beispiel für eine Beschwerde ist: „Ich finde es nicht gut, dass du so spät nach Hause kommst, weil wir so nicht pünktlich essen können.“ Ein Beispiel für emotional bewertende Kritik: „Es ist typisch für dich, dass du mal wieder so spät kommst. Kein Wunder, dass du bei Beförderungen auch immer zu spät dran bist, wenn du es nicht einmal schaffst, rechtzeitig zum Essen zu erscheinen.“

Rechtfertigung

Ein persönlicher Angriff ist wie eine Stichwunde. Der Partner reagiert darauf mit Verteidigung zur Abwehr des Angriffs und versucht, sich vom aus seiner Sicht ungerechtfertigten Vorwurf zu entlasten. Er weist den Vorwurf empört zurück und der Streit eskaliert.

Höre mir gefälligst zu!

Ich habe recht!

Eigentlich verständlich, dass man in einem Streit versucht sich zu rechtfertigen und die eigene Sicht auf die Situation berücksichtigt sehen möchte. Rechtfertigungen im Konflikt führen jedoch dazu, dass der angreifende Partner nicht zurückweicht, sondern nachsetzt, denn er bekommt die Botschaft: „Das Problem liegt nicht bei mir. Ich habe Recht und du hast Unrecht. Deine Kritik wird von mir nicht akzeptiert.“

Verachtung

Die Kritik wurde nicht gehört, sondern zurückgewiesen. Nun geht nicht mehr um die Problemlösung, sondern um Verletzung des Partners z.B. mit Zynismus oder Sarkasmus.

Sarkasmus, Zynismus, Augenrollen, Verhöhnen und respektloser, abschätziger Humor sind Ausdrucksformen der Verachtung, die man einer Person gegenüber zum Ausdruck bringt. Mit Verachtung dokumentiert man immer auch Abneigung gegen eine Person – und das ist der Todesstoß für jede Beziehung. Denn wer will schon mit jemandem sein Leben teilen, der einem das Gefühl gibt, nicht geachtet zu werden? Ist ein Streit von Verachtung geprägt, ist es kaum noch möglich, das ursprüngliche Problem zu lösen, Verachtung führt zum Rückzug des Partners.

Rückzug

Der Partner reagiert auf die Verachtung und schützt sich vor weiterer Verletzung. Er beginnt zu mauern, verlässt bei Streitigkeiten den Raum oder reagiert nicht mehr auf Kritik.

Distanz schützt vor weiteren Verletzungen

Distanz schützt vor weiteren Verletzungen

Das zeigt dem anderen: Du bist Luft für mich.

Im letzten Schritt schützt sich jeder Partner vor weiteren Verletzungen und es zieht Kälte und Machtdemonstration ein. Jeder macht was er will – es gibt keine Kompromissbereitschaft mehr.

Das Wir-Gefühl wird durch das Ich-Gefühl ersetzt.

Kritik, Verachtung und Rechtfertigungsverhalten führen im schlimmsten Fall zu einem Kreislauf, der neue Kritik, neue Verachtung und neue Rechtfertigungen produziert. Irgendwann wird sich einer der Partner so von der Negativität überflutet fühlen, dass er „dichtmacht“ und sich ganz zurückzieht. Beispiel: Ein Partner kommt von der Arbeit nach Hause und trifft dort auf Hagel von Kritik des anderen, sodass er oder sie sich schleunigst hinter eine Zeitung oder vor den Fernseher zurückzieht. Doch je weniger der eine Partner auf die Kritik des anderen Partners eingeht, desto mehr regt sich der andere auf und schimpft. Der Teufelskreis der Kommunikation beginnt.

Was man gegen die apokalyptischen Reiter tun kann

Wenden Sie sich einander zu, nicht voneinander ab. In funktionierenden Beziehungen machen die Partner einander Angebote und kooperieren. Es handelt sich beim Partner um den Menschen, für den Sie sich bewusst entschieden haben, um mit ihm Ihr Leben zu verbringen. Geben Sie ihm die Aufmerksamkeit und den Respekt, den Sie einem fremden Menschen ganz automatisch zukommen lassen.

Machen Sie sich glücklich

Machen Sie sich glücklich

Wenn Sie die „apokalyptischen Reiter” in Ihrer Beziehung bereits kennegelernt haben, rufen Sie mich an. Wir schauen im Rahmen der Paarberatung gemeinsam, wie Sie als Paar drohende Eskalationen verhindern und rechtzeitig den Rettungsanker auswerfen können.

Portraitfoto: Petra Hertkorn
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Petra Hertkorn
Praxis für Systemische Einzel-, Paar- und Familienberatung Darmstadt